Iran wirft Kölner Frauenrechtlerin ins Folter-Gefängnis – Tochter fleht um Hilfe

Nahid Taghavi wird im Iran wegen „Gefährdung der Sicherheit“ festgenommen. Die Architektin und Menschenrechtsaktivistin aus Köln sitzt nun laut ihrer Tochter in einem berüchtigten Gefängnis in Isolationshaft, Lebenszeichen gibt es seit Tagen nicht mehr.

Große Sorge um die Kölnerin Nahid Taghavi. Die 66-jährige Architektin und Menschenrechtsaktivistin, die seit 1983 in Köln lebt und deutsche Staatsbürgerin ist, wurde in der iranischen Hauptstadt Teheran festgenommen.

Laut der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) soll Nahid Taghavi unter dem Vorwand der „Gefährdung der Sicherheit“ verhaftet worden sein. Das habe die Organisation von der Tochter der Festgenommenen erfahren.

Kölnerin Nahid Taghavi in Isolationshaft im Iran – Pass abgenommen

In einer Mitteilung der IGFM heißt es: „Da sie sich seit Jahren für Menschenrechte im Iran – insbesondere für Frauenrechte und Meinungsfreiheit – einsetzt, ist sie eine politische Gefangene.“

EXPRESS erreichte die Tochter Mariam Claren, die auch in Köln lebt. Sie sagt auf EXPRESS-Anfrage: „Meine Mutter ist am 16. Oktober in ihrer Wohnung in Teheran verhaftet worden. Ihr deutscher Pass sowie weitere persönliche Gegenstände sind entwendet worden. Sie wird im berüchtigten Evin-Gefängnis in Isolationshaft festgehalten. Und damit an einem Ort, der für Massenhinrichtungen und Folter bekannt ist.“

Tochter in Sorge: Bisher kein Lebenszeichen von Nahid Taghavi

Ihrer Mutter soll mitgeteilt worden sein, dass ihr „Gefährdung der Sicherheit“ vorgeworfen wird, so die Tochter. Sie sagt: „In totalitären Regimes wie dem Iran kann dies ein Synonym für alles sein. Weder ihre Familie vor Ort, noch ich als ihre Tochter, haben Zugang zu ihr. Die Aushändigung ihrer Medikamente wurde verweigert. Sie hatte eine Kieferoperation und leidet an Bluthochdruck. Wir erhalten keine Informationen, es gibt von meiner Mutter kein Lebenszeichen.“

Tochter schaltet Auswärtiges Amt ein: “Aufklärung, Einmischung, Freilassung”

Die Tochter habe die deutsche Botschaft in Teheran informiert, „diese haben aber keine Informationen von den iranischen Behörden vorliegen“, sagt sie. Mariam Claren hofft auf eine baldige Freilassung ihrer Mutter: „Meine Mutter Nahid Taghavi ist politische Gefangene der Islamischen Republik Iran. Ich mache mir sehr große Sorgen um ihren Gesundheitszustand.“

Auf Twitter schrieb die Kölnerin: „Seit 7 Tagen kein Lebenszeichen meiner Mutter! Ich fordere Aufklärung, ich fordere Einmischung, ich fordere ihre Freilassung.“ Mit den Hasthtags #FreeNahid und #FreeMama versucht die Kölnerin, sowohl in Deutschland als auch im Iran auf die Festnahme ihrer Mutter aufmerksam zu machen.

Im Iran selbst gab es am Samstag (24. Oktober) weder eine amtliche Bestätigung der Inhaftierung noch Medienberichte darüber. Dem Auswärtigen Amt ist der Fall laut „dpa“ bekannt. Allerdings liege noch keine offizielle Bestätigung über die Inhaftierung der Frau vor, hieß es in Berlin weiter. Man bemühe sich jedoch um Aufklärung und werde sich dann auch konsularisch für sie einsetzen.

Dieser Artikel wurde verfasst von Adnan Akyüz, Bastian Ebel

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