Kein Geld für eigenes WLAN: Junge lernt jeden Tag vor geschlossener Schule

Weil eine US-Familienmutter durch die Corona-Pandemie ihre Jobs verloren hat, kann ihr Sohn nicht am Online-Unterricht teilnehmen. Der Internetanschluss wäre zu teuer. Also setzt sich der zehnjährige Junge jeden Tag vor seine geschlossene Schule – denn dort gibt es WLAN. 

Wie viele Schüler kann auch Jonathan E. aus dem US-Bundesstaat New Mexico derzeit nicht wie gewöhnlich im Klassenzimmer unterrichtet werden. Durch die Corona-Pandemie findet der Unterricht digital statt. Doch ein entscheidendes Detail erschwert dem Zehnjährigen die Teilnahme an den Online-Kursen. Weil seine Mutter durch die Pandemie ihre zwei Jobs verloren hat, kann sich die Familie kein WLAN mehr leisten.

Mutter Angel E. hatte aber prompt eine Lösung parat: „Dann musst du eben zur Schule gehen, um Internet zu haben“, erinnert sie sich gegenüber dem Nachrichtenportal „CNN“. Von da an setzt sich Jonathan wochenlang vor seine geschlossene Schule. Die befindet sich nur drei Häuser weiter von seinem Zuhause.

Der Gang zur Schule – ein Stück Alltag für Jonathan

Mutter Angel E. berichtet „CNN“ weiter, ihr Sohn habe diese Notlösung durchaus positiv aufgefasst. Täglich vor dem Schulgebäude zu sitzen, habe ihm ein kleines Stück Normalität vermittelt.

Als eine Lehrerin den lernenden Viertklässler vor der Schule entdeckt, fotografiert sie ihn. Den Schnappschuss teilt sie – mit Erlaubnis von Jonathan und seiner Mutter – auf Facebook. Darauf zu sehen ist der Viertklässler, wie er auf dem Betonboden liegend vor der Schule in sein Tablet blickt.

Lehrerin hat zündende Idee

Für die Lehrerin ist der gebotene Anblick „herzzerreißend.“ Auf einer Website erstellt sie eine Online-Spendenaktion. Die gesammelten Beträge sollen nicht nur Jonathan einen Internetzugang ermöglichen, sondern auch anderen Kindern aus ärmeren Familien zu Gute kommen.

Jonathan kann nun also von Zuhause am Online-Unterricht teilnehmen. Doch wie seine Mutter erzählt, würde sich der Junge trotzdem gerne weiterhin vor das Schulgebäude setzen. Die Schule erlaube dies jedoch nicht: Der Zehnjährige müsse dabei von einem Erwachsenen begleitet werden. Mit dem hauseigenen WLAN-Zugang wird Angel E. ihren Sohn aber wohl nicht dorthin begleiten. Zudem hat sie auch einen ihrer alten Jobs wieder.

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