„Werden deutschem Weg nicht folgen“: Kurz kontert Merkel Vorwurf in Moria-Debatte (VIDEO)

13.09.2020, Österreich, Wien: Sebastian Kurz (ÖVP), österreichischer Bundeskanzler, spricht bei einem Treffen der Bundesregierung mit den Sozialpartnern zu den aktuellen Coronavirus-Erkrankungen. Foto: Hans Punz/APA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Deutschland will nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos 1500 weitere Migranten aufnehmen. In der EU steht die Bundesregierung mit dem Vorhaben derzeit ziemlich alleine da.

Nachbarland Österreich warnt ähnlich wie Dänemark vor einem Sogeffekt und mehr Flüchtlingen, wenn Migranten jetzt in Europa verteilt würden. „Wenn wir diesem Druck jetzt nachgeben, dann riskieren wir, dass wir dieselben Fehler machen wie im Jahr 2015“, sagt Kanzler Sebastian Kurz.

Sebastian Kurz: „Werden dem deutschen Weg hier nicht folgen“

Bei einem Kasernenbesuch in Niederösterreich wurde der 34-Jährige laut „Bild.de“ noch konkreter: „Wir werden dem deutschen Weg hier nicht folgen. Ich gehe auch davon aus, dass sehr viele europäische Länder diesem Weg – Flüchtlinge in großer Zahl aus Griechenland aufnehmen – nicht folgen werden. Wir hier in Österreich haben in den letzten Jahren eine sehr, sehr hohe Zahl an Flüchtlingen aufgenommen.“

Österreich sei EU-weit das am drittstärksten von Migrationsbewegungen betroffene Land, und habe nach Schweden die meisten Kinder aufgenommen, sagte Kurz weiter. Laut „Bild“ verwies er zudem darauf, dass alleine in diesem Jahr 3700 Minderjährigen durch eine positive Entscheidung im Asylverfahren Schutz in Österreich gewährt worden sei.

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